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Fondsmanager können den Markt nicht schlagen. Was folgert daraus?

Brauchen wir Fondsmanager? Die Antwort gleich schon einmal vorweg: Nein, niemand braucht Fondsmanager für seine Geldanlagen.

Die gesamte Finanzbranche ist ein Markt, der sich selbst, hoch bezahlte Fondsmanager und deren Produkte, meist teure Investmentfonds, immer wieder in den Himmel loben. Hier ein Topmanager des Jahres und dort ein Depotexperte eines speziellen Toptrends. Genau hier sollte man jedoch aufmerksam werden. Warum gibt es jedes Jahr andere “Topmanager” und “gemanagte” Superfonds? Und warum sind diese im besten Fall immer nur für lediglich wenige Jahre die Top-Performer? Die Antwort lautet: Weil diese Topmanager und Topfonds es nicht schaffen, über einen Anlagehorizont von mehr als fünf Jahren hinaus den Markt zu schlagen, wenn sie es denn überhaupt jemals schaffen.

Wie … was sage ich denn da? Die armen Fondsmanager …

Unzählige wissenschaftliche Untersuchungen haben immer und immer wieder gezeigt, dass es mehr als 80 % der Fondsmanager nicht schaffen, den dem Fonds zu Grunde liegenden Index auf längere Sicht zu schlagen. Was bedeutet das?

Wird ein Fonds aufgelegt, bekommt dieser einen sogenannten Vergleichsindex auch Benchmark genannt, zugewiesen. An diesem Index orientieren sich die Inhalte des Fonds und die zu erwartende Rendite für den Anleger. Hier ein Beispiel: schauen wir uns den Fonds Comgest Growth World an. Infos zu diesem Fonds findet man ganz einfach auf den Seiten von morningstar.de. Schaut man in die „wesentlichen Anlegerinformationen“ zu diesem Fonds, so sieht man, dass dieser sich mit dem Index MSCI AC World vergleicht. Die Chartübersichten zum Fonds Comgest Growth World zeigen sehr deutlich, dass der Fonds es in keinem einzigen Anlagezeitraum, also weder über 1 Jahr, 3 Jahre, 5 Jahre oder 10 Jahre geschafft hat, den ihm zu Grunde liegenden Vergleichsindex zu schlagen. Genau das Gegenteil ist der Fall: Die Performance des Vergleichsindex liegt weit über der des Fonds. Warum sollte man also in den teuren Fonds und nicht direkt in den Index selber investieren?

Wir sollten kurz noch etwas genauer hinschauen, und zwar auf die Kosten für unseren aktiv gemanagten Fonds Comgest Growth World. In den „wesentlichen Anlegerinformationen“ steht dazu: Ausgabeaufschlag 4 %, diese fließen zu 95 % in die Tasche des Finanzberaters – schön für den Finanzberater, aber nicht schön für den Anleger, denn der/die verliert direkt 4 % von seinem Vermögen. Dann sehen wir laufende Kosten von 1,55 % und Max. jährliche Verwaltungsgebühren von 1,50 %. Ob diese Verwaltungsgebühren schon in den laufenden Kosten von 1,55 % enthalten sind oder zusätzlich zu den laufenden Kosten berechnet werden, geht aus dem Papier leider nicht hervor. Der Autor dieser Zeilen geht aber davon aus, dass diese Kosten eher zusätzlich berechnet werden. Bei einem Anlagebetrag von € 100.000 entstünden für den Comgest Growth World im ersten Jahr direkte Kosten von ca. € 7000 für die neue Geldanlage (ca. € 4000 Ausgabeaufschlag + ca. € 1500 laufende Kosten + ca. € 1500 Verwaltungsgebühr). Jedes weiter Jahr dann ca. € 3.000 Kosten – wie gesagt: jedes weitere Jahr!

Jetzt schauen wir uns den Vergleichsindex an und suchen uns einen entsprechenden ETF: Ich verwende hierzu den iShares MSCI ACWI UCITS ETF (Acc). Der ETF hat laufende Kosten von 0,2 % pro Jahr, keinen Ausgabeaufschlag, keine Verwaltungsgebühr, keine Performancegebühr etc.. Kauft man also für € 100.000 Fondsanteile dieses ETFs, so werden direkte Kosten von € 200 fällig und je nach Bank eine geringe Transaktionsgebühr. Jedes weitere Jahr entstehen wiederum Kosten von lediglich € 200. Ein Kostenvergleich der eine deutliche Sprache spricht, oder? 

Hinzu kommt noch folgendes sehr wichtiges Kriterium: während der aktiv gemanagte Fonds Comgest Growth World in max. 150 Wertpapiere investiert (welche das genau sind, ist übrigens nicht einsehbar), investiert der iShares MSCI ACWI UCITS ETF in ca. 3000 Unternehmen. Das ist ein entscheidender positiver Faktor, da die breite Streuung der Anlagewerte automatisch weniger Risiko im Kundendepot bedeutet. 

Nun gut, derart Dinge sollte man nicht in die Welt hinausrufen, ohne auf zumindest ein paar entsprechende Quellen hinzuweisen. Hier deshalb ein sehr interessanter Artikel:

https://www.justetf.com/de/news/geldanlage/der-beweis-aktive-manager-schlagen-den-markt-nicht.html

Bitte Googeln Sie auch einmal in diese Richtung:

Carhart 1997 und Fama/French 2010

Wenn Sie die Artikel gelesen haben, dann werden Sie wissen, wie die folgende Frage zu beantworten ist.” Brauchen wir Fondsmanager für unsere Geldanlagen?”

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