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Trauen Sie niemandem, der einen “Ausgabeaufschlag” von Ihnen verlangt.

“Ausgabeaufschlag”, werden Sie vielleicht fragen, “was ist denn das?”

Eines der größten Übel der Finanzindustrie sind Interessenkonflikte. Diese sind bei 98 % der in Deutschland ansässigen Finanzberatern und deren zu verkaufenden Produkten, in der Regel sind das gemanagte Fonds in verschiedensten Variationen vorhanden. Warum ist das so?

Stellen Sie sich folgende Situation vor: Eine Kundin kommt mit € 400.000 Anlagevolumen in Ihr Büro und sagt, dass sie das Geld gern anlegen möchte und zwar in ETFs. Davon hätte sie schon viel gehört und sie findet diese Art der Geldanlage eine super Idee. Nachdem der Finanzberater das letzte Wort, also das Wort “Idee” von der Mandantin gehört hatte, wurde ihm direkt schwindelig. Hier seine Gedankengänge der nächsten 3 Sekunden: “ETFs? Ohh mein Gott eine belesene Kundin…..Provision?, Anlagesumme € 400000 …. gemanagte Fonds 5 % Provision…. juchu.. € 20.000 Euro in meine Tasche …. Ibiza ich komme … ETFs? sie will ETFS? Neiiiiiin…. mit ETFs … nixa Ibiza….”

Nachdem der erfahrene und erfinderische Finanzberater wieder zur Besinnung gekommen war, riet er der Mandantin direkt von ETFs ab. Diese seien überhaupt nicht günstiger, die Anleger verstünden gar nicht genau, was ETFs seien, diese würden keine Dividenden ausschütten und seien in einer schwierigen Marktsituation viel zu unsicher. Die Kundin wundert sich gar nicht, war sie doch zur Beratung gekommen, um von der Expertise dieses Herrn zu profitieren. Das fühlte sich gut an. Sowohl für die Kundin, als auch für den Finanzberater natürlich.

Was die Dame leider nicht wusste: In den Niederlanden und Großbritannien ist diese Art der Beratung, also die Beratung basierend auf Produktprovisionen schon seit vielen Jahren verboten. Das aus gutem Grunde: Wie sollte jemand, der sein Geschäftsmodell so eingerichtet hat, dass er von Provisionen der Produkte leben will, jemanden überhaupt objektiv beraten wollen? Hierzu bedarf es einer Beratung auf Honorarbasis, bei der man die Beratung direkt bezahlt. Auf diese Art und Weise wird im Interesse der Kunden beraten, da es eben keine Abhängigkeiten von irgendwelchen Produkten, sprich Interessenkonflikte gibt.

Der nette Herr Finanzberater berät also immer nur in die eigene Tasche und es ist ihm dabei völlig egal was die Kundin wirklich braucht, um ihre Anlageziele erreichen zu können.

Die erste große Provisionszahlung, auch Ausgabeaufschlag genannt, ist aber nicht das alleinige Übel dieser Art der Beratung und den damit verbundenen Produkten. Selbst wenn der Berater den Kunden alle Ausgabeaufschläge erlassen würde, hinge man mit den gekauften Produkten, wie schon erwähnt, diese sind meistens gemanagte Fonds in verschiedensten Darreichungsformen, in einer Dauerkostenschleife von ca. 2,5 % pro Jahr. So etwa braucht wirklich kein Mensch.

Hier mein Tipp: Wenn Sie ein Gespräch mit einem Finanzberater führen und Sie bemerken, dass auf Ihre Fragen zu ETFs Nasenblässe und Schweiß auf der Stirn des Beraters auftritt oder dieser vehement und um jeden Preis von ETFs abzuraten versucht, Ihnen Ausgabeaufschläge und somit gemanagte Fonds unterjubeln will, so wünschen Sie noch einen schönen Lebensabend, stehen auf und entfernen sich.

Diese Art Berater wollen sich schnell an Kunden bereichern, ohne irgend einen wirklichen Gegenwert dafür zu liefern. “Schnell die Beine in die Hand nehmen”, lautet meine Empfehlung.

Hier übrigens ein Video der “Verbraucherzentrale Bundesverband” aus dem Jahr 2013, der das oben Geschriebene noch einmal exakt widerspiegelt. Leider, hat sich seit dem Jahr 2013 rein gar nichts verändert und die Kunden laufen immer noch im selben, undurchsichtigen Dschungel umher. Achtung, der Tiger ist dicht hinter Ihnen.

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