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Börsenpsychologie

Ein mit der Börse in Zusammenhang stehender Punkt, der meiner Meinung nach viel zu wenig Beachtung erfährt, ist die Börsenpsychologie.

Kleiner Leitfaden – Börsenpsychologie

Was bedeutet es für einen emotionalen Menschen, sein Geld an der Börse anzulegen?

In diesem Fall betrachte ich kein bestimmtes Investment, da ich der Meinung bin, das es zuerst einmal nicht entscheidend ist, ob das Geld in aktive Invest­mentfonds, in ETFs oder in Aktien-Einzelwerte angelegt wird. Für den uner­fahrenen Anleger spielt all das auf der emotionalen Ebene eine untergeordnete Rolle.

Doch bevor ich jetzt über das schon angelegte Geld und die damit verbundenen Emotionen spreche, möchte ich kurz schildern, wie stark Emotionen schon im Vorfeld, also noch vor der eigent­lichen Geldanlage ins Spiel eingreifen.

Machen Sie sich frei von Ihrer Börsenangst

Sie ist merkwürdig, unsere Beziehung zu Geld. Manchmal geben wir völlig sinnlos irgendwo Geld aus und ein anderes Mal wiederum sind wir selbst knauserig, Geld für Dinge auszugeben, die wir wirklich benötigen.

Ganz schlimm aber wird es, wenn wir Geld anlegen wollen. Ich schreibe bewusst wollen, denn viele Menschen schaffen es einfach rein von der emotionalen Seite her niemals, Geld in irgendeiner Form zu investieren, um daraus dann Vermögen zu generieren. Zu groß ist die Angst, das Geld zu „verlieren“.

Das liegt auch zu einem großen Teil an den vielen falschen Informationen zum Thema Börse. Hier wird viel mit dem Faktor Angst gearbeitet, besonders seitens der Finanzbranche.

In der Tat, wenn Sie ihr Geld nehmen und dafür Options­scheine bei der Bank kaufen, ist die Chance groß, dass Ihr Geld sich wahrhaftig in Luft auflöst.

Das Sie ihr Geld bei derartigen Geschäften verlieren, ist zu 75 % sicher und das weiß die Bank. Sie möchte das genauso, denn sie verdient auf diese Weise viel Geld.

An dieser Stelle möchte ich eben kurz vorweg greifen und behaupte: Wenn Sie schlauer investieren, können Sie Ihr Geld nicht verlieren. Noch einmal: Sie können Ihr Geld nicht verlieren. Warum das so ist, erkläre ich etwas später in diesem Artikel.

Was der Geldanlage vorangehen muss, ist das Sammeln von Informationen, das Abwägen von Möglichkeiten und wie immer die Bereitschaft, etwas hinzuzulernen.

Dann braucht man außerdem ein wenig Mut und einen Blick aus der Helicopter Perspektive. Sie haben Angst, Geld verlieren? Ich sagte es ja schon: Geld schlau investiert bedeutet: das Geld eben nicht zu verlieren. Ja, Sie können es gar nicht verlieren!

Ein kleiner Selbstversuch

Zum Thema Geld verlieren und die große Angst davor, machen wir jetzt einen kurzen Selbstversuch.

Lassen Sie mich einmal etwas gemein werden: Wir machen jetzt einen gemeinsamen kurzen mentalen Spaziergang durch ihr Haus. Beginnen werden wir aber zuvor in der Garage, im Schuppen und auf dem Dachboden. Gut, lassen Sie uns in Gedanken jetzt losgehen. Gartenhaus, Garage, Schuppen, was sehen Sie?

Meine erste Frage lautet jetzt: Wie viele Dinge sehen Sie auf ihrem Spaziergang, die „weg“ können, die Sie eigentlich nicht mehr brauchen, die Sie niemals hätten kaufen sollen oder die sich als kompletter Fehlkauf herausgestellt haben?

Weiter im Haus, Wohnzimmer, Keller, Arbeitszimmer. Wie viele Dinge sehen Sie hier?

Wie viel verschwendetes Geld, wirklich verlorenes Geld, war das insgesamt?

Ich habe diese Art Inventur einmal bei mir selbst zu Haus gemacht und ich sage Ihnen, bei mir waren es fast 10000 Euro, die irgendwo herumstanden, herumlagen oder in Schubladen verbuddelt waren.

Das ist Geld verlieren und das bekommt man wirklich nicht wieder.

Haben Sie also bitte keine Angst vor der Börse. Machen Sie sich frei von der Börsenangst. An der Börse liegt das Geld viel sicherer als auf jedem Dachboden der Welt.

Ein solcher Versuch zeigt schnell, wie viel Geld man in seinem Leben wirklich wegschmeißt, unnütz ausgibt. Und dieses Geld bekommt man dann in der Tat auch nicht wieder. Das alles ist nicht schlimm. Ich vergleiche es eben nur mit der Theorie, dass man aus Angst an der Börse, Geld zu verlieren, eben niemals an der Börse anlegt. Das sollte man auf alle Fälle vermeiden, besonders wenn es mag, Geld geschenkt zu bekommen.

Emotionen an der Börse

Der Aktien- oder Investmentmarkt ist ein unbeständiger Ort. Es kann schwierig sein, sich in den unruhigen Gewässern zurechtzufinden und die Kontrolle über unsere Gefühle zu behalten. Im besten Fall können wir an der Börse große Gewinne für unsere Investitionen erzielen, im schlechtesten Fall kann sie uns aber auch auf einen Weg mit großen Verlusten und Schmerzen führen. Diese Schmerzen gilt es auszuhalten oder sich ihnen am besten gar nicht erst auszusetzen.

Die Börsenpsychologie spielt eine große Rolle dabei, wie wir als Investoren denken und handeln. Wenn wir uns von unseren eigenen Emotionen leiten lassen, neigen wir dazu, überstürzte Entscheidungen zu treffen, die nicht immer rational sind.

Sie haben Angst vor einem Börsencrash 2022 oder einem Börsencrash 2023? Was machen wir, wenn diese wirklich kommen?

Vielleicht geraten wir in Panik, wenn die Märkte fallen, und verkaufen unsere Wertpapiere mit hohem Verlust, obwohl es noch Hoffnung auf eine Erholung gibt. Oder wir werden gierig, wenn die Dinge gut laufen und kaufen immer mehr Aktien, häufig auch auf Kreditbasis. Genau diese Dinge sollten Sie auf keinen Fall tun!

Wenn wir lernen, angesichts der Ungewissheit ruhig und besonnen zu bleiben, können wir an der Börse große Gewinne erzielen, ohne uns von unseren Emotionen überwältigen und alles völlig entgleisen zu lassen.

Wahrer Erfolg beim Investieren entsteht, wenn man mit einem objektiven Verstand und einem offenen Herzen an die Sache herangeht – und nicht, wenn man sich von all dem Hype und der Aufregung mitreißen lässt, die die Börse immer umgeben.

Die Börse kann ein wankelmütiges Biest sein, das mit allen möglichen Emotionen gefüllt ist, die sich ständig verändern und verändern. Egal, ob es sich um Angst, Gier oder Aufregung handelt, diese Emotionen können einen großen Einfluss auf die Entscheidungen haben, die Anleger beim Aktienhandel treffen.

Für viele Anlegerinnen und Anleger ist das Verständnis und der Umgang mit diesen emotionalen Faktoren einer der wichtigsten Schlüssel zum Erfolg am Aktienmarkt. Es gibt keine schnelle Lösung, um Ihre Emotionen im Zaum zu halten; es braucht Zeit und Übung, um die Disziplin zu entwickeln, die nötig ist, um unter Druck einen kühlen Kopf zu bewahren. Aber mit etwas harter Arbeit und Aufmerksamkeit können Sie lernen, wie Sie Ihre Emotionen davon abhalten können, Ihren langfristigen Zielen im Weg zu stehen.

Eine Sache, die jeder Anleger tun sollte, ist, genau auf seine eigenen Reaktionen zu achten, wenn er mit Aktien handelt und darauf zu achten, wann er sich nervös, aufgeregt oder ängstlich fühlt.

Das sind normale Reaktionen, die jeder von Zeit zu Zeit verspürt, aber es ist wichtig, dass Sie sich nicht von ihnen leiten lassen, um Ihre Entscheidungen zu treffen. Versuchen Sie stattdessen, sich bei Ihren Investitionsentscheidungen an Fakten und Logik zu orientieren.

Und denken Sie immer daran: Auch wenn Sie Ihre Emotionen nicht immer perfekt unter Kontrolle haben, ist es wichtig, dass Sie sich keine Vorwürfe machen, wenn ab und zu etwas schief läuft.

Wie Steve Jobs bekanntlich sagte: „Bleib hungrig. Bleib närrisch.“ Fehler gehören eben dazu.

15 wertvolle Börsentipps die Ihnen emotionell gut bekommen werden:

  • Streuen Sie Ihr Portfolio immer größtmöglich, d.h. investieren Sie in so viele Aktien- und Anleihewerte wie möglich (ETFs).
  • Kaufen Sie keine Einzelwerte, denn hier ist die Verlustgefahr um ein Vielfaches größer als bei vielen unterschiedlichen Werten.
  • Kaufen Sie ETFs auf der Buy and Hold Strategie, das bedeutet: einkaufen, halten und maximal einmal im Monat ins Depot schauen.
  • Steigen Sie niemals am tiefsten Punkt aus oder dann, wenn deine Nerven völlig blank liegen. Das ist die einzige Art und Weise, wie Sie wirklich Ihr Geld verlieren und Verluste realisieren.
  • Schauen Sie auch tagsüber nicht auf die Börse. Lassen Sie einfach alles laufen.
  • Lesen Sie keine Anlegermagazine oder „Fachzeitschriften“. Diese sind meistens reine Investment-Pornographie und wollen Sie dazu verleiten zu handeln.
  • Hören Sie auf keinen Finanzberater der Welt, der Ihnen dazu rät, am tiefsten Punkt alles zu verkaufen. Auch hier wird viel Geld damit verdient, dass immer wieder Anleger genau das machen.
  • Seien Sie sich bewusst, wann Ihre Emotionen gerade Ihr Handeln übernehmen. Das ist immer ein schlechter Moment. An die Seite treten und Tee trinken.
  • Steigen Sie nicht auf täglicher Basis ein und aus. Das nennt man Traden und das ist nur mit einer sehr guten Ausbildung möglich.
  • Niemals. Aber bitte niemals kaufen Sie Aktien oder andere Formen von Investments mit geliehenem Geld.
  • Investieren Sie nur Geld, das Sie wirklich gerade nicht brauchen.
  • Legen Sie das Geld niemals in zweifelhaften Geschäften oder bei zweifelhaften Personen an.
  • Denke Sie immer daran: Alles, was Sie in Ihrem Depot sehen, sind nur Buchverluste. Das sind normale Verluste, die jede Firma tagtäglich in ihren Büchern stehen hat, deshalb heißen sie auch Buchverluste. Auch Ihr Haus, Ihr Auto oder Ihr Grundstück sind manche Tage mehr und manche Tage weniger wert. Der Vorteil hier ist, dass Sie für diese Objekte keine Messinstrumente wie Charts oder tägliche Kurse haben und deswegen nicht darauf aufmerksam gemacht werden. Machen Sie einfach genau dasselbe mit Ihrem Depot: Schauen nicht mehr drauf. Machen Sie sich frei davon.
  • Der Markt wird sich immer erholen und nur die Anfänger geben ihren Emotionen nach und verkaufen immer am Tiefstpunkt und kaufen am Höchstpunkt.
  • Ganz wichtig: Wenn es bei Kursverlusten nach außen so aussieht, als würden alle Marktteilnehmer verkaufen, so stimmt das absolut nicht! Es gibt an der Börse keinen einzigen Verkauf, dem nicht ein Kauf gegenüber steht. Wenn Sie also jetzt verkaufen, gibt es jemanden, der sich darauf freut, genau jetzt zu kaufen!

    Wer von beiden wird am Ende den Gewinn einfahren?

Sie können Ihr Geld nicht verlieren!

Jetzt erkläre ich Ihnen noch, warum Sie Ihr Geld nicht verlieren können, wenn Sie schlauer investieren.

Hierzu bediene ich mich jetzt der Gegenüberstellung einer Einzelaktie und eines ETFs.

Beispiel 1:

Sie kaufen eine Einzelaktie, z. B. der Firma Schnurz&Piep-Gummistiefel. Bei Schnurz&Piep läuft in den ersten zwei Jahren alles wunderbar. Ihre Aktien steigen 10 % pro Jahr. Im dritten Jahr aber bekommt Schnurz&Piep finanzielle Schwierigkeiten und die Aktien stürzen komplett ab. Es kommt zur Insolvenz und Ihr Geld ist – weg. Ja, es ist wirklich weg, da die Aktie bedingt durch die Insolvenz keine Chance auf Erholung hat.

Beispiel 2:

Sie kaufen einen ETF für den gleichen Betrag, z. B. einen MSCI World ETF. In diesem ETF befinden sich ca. 1500 verschiedene Firmen, u.a. auch die Firma Schnurz&Piep. Auch der MSCI World hat in den letzten beiden Jahren jeweils 10 % pro Jahr Gewinn gemacht. Nun tritt das gleiche Ereignis wie in Beispiel 1 ein: Schnurz&Piep geht in die Insolvenz. Was geschieht jetzt mit meinem MSCI World ETF?

Gar nichts, denn dieser beinhaltet so viele Firmen, dass diese eine Insolvenz überhaupt nicht ins Gewicht fällt. Unter anderem befindet sich im MSCI World ETF auch die Firma Schlüpf&Schieb-Gummistiefel, die sich übrigens unheimlich über die Insolvenz von Schnurz&Piep freut.

Die letzte große Insolvenz in Deutschland war übrigens die Skandalfirma Wirecard. Hier haben Tausende Anleger ihr Geld auf nimmer Wiedersehen verloren.

Mit der Anlageklasse ETF sind Sie immer in so viele Firmen investiert, das eine Insolvenz ALLER Firmen und somit ein Totalverlust rein rechnerisch unmöglich ist.

Das lässt einen ruhig schlafen. Ich jedenfalls schlafe gut!

ETFFox – schlauer investieren

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